Historie

Seit seiner Existenz ist der Marktplatz wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt einer typischen Kleinstadt. Neben Wochen- und Jahrmärkten wurde er für kirchliche Prozessionen, u. a. öffentliche Bestrafungen. Stadtfeste und Vereinsaufzüge genutzt.

 

Kaufleute, Käufer, Bäuerinnen in typischen Altenburger Trachten, Handwerker, Geldwechsler, Kuchen- und Pastetenbäcker, Heilkräuter- und Gewürzhändler, Zahnbrecher und Wunderdoktoren, Possenreißer, Musikanten, Fechter sowie Ringer, Akrobaten und Jongleure, Puppenspieler und Wandertheater boten hier ihre Waren feil oder unterhielten die Meeraner Stadtbevölkerung. Nicht mehr alle Häuser, die um 1900 den Marktplatz umrahmten, sind erhalten geblieben. Ob durch Brandstiftung, Umbauarbeiten zu DDR-Zeiten oder im Zuge der Neugestaltung des Stadtbildes in den letzten Jahren hat sich das Gesicht des alten Marktplatzes nach und nach verändert.

 

Auch das Geburtshaus eines der vielen bekannten Meeraner Bürger (1839-1893), des Kaufmanns Carl Wilhelm Wunderlich in der August-Bebel-Straße 49 (vormals Augustusstraße) musste mit einigen anderen Häusern der Umgestaltung des Stadtkerns weichen. Besagter Wilhelm Wunderlich, angesehener Bürger, reicher Geschäftsmann, Stadtverordneter und später Stadtrat ließ am Hinterhaus dieses Gebäudes Um- und Erweiterungsarbeiten vornehmen. Ungefähr auf der gleichen Stelle dürfte sich das heutige Gebäude einschließlich des Cafe Linne befinden. Zum ursprünglichen Haus gehörte ein von Wunderlich eigens angelegter, in Terrassen zum Rotenberg hin abfallender Garten, einschließlich einer erhalten gebliebenen, gründerzeitlichen Laube.

 

Heute kann man vom Cafe in diesen wiedergestalteten Garten blicken, ganz im Sinne des Naturfreundes Wunderlich: „…Dann wirst Du häufig mich wohl schauen – wenn Dich ergötzt nach Natur…“. Wohl nicht nur deshalb, sondern vor allem wegen seines Vermächtnisses, die  Stadt Meerane als Universalerbin einzusetzen und durch beigefügten Verwendungszweck („Zwei Drittel seines Vermögens … mindestens aber hunderttausend Mark … soll zu Ankauf von Grundstücken … und mit Wald bepflanzt werden …“) und wegen der zahlreichen Errungenschaften, welche mit Geldern der Wunderlich-Stiftung entstehen konnten (eingeschlossen der Wunderlich-Park selbst), trägt der neu entstandene Platz im Herzen der Stadt seinen Namen.

 

Sicher hätte Carl Wilhelm Wunderlich mit seiner Liebe zur Natur, insbesondere zur Flora der Alpen und Farngewächse auch die Leidenschaft des allerdings schon 1707 in Schweden geborenen, berühmten Botanikers Carl von Linne geteilt. Sein berühmtestes Werk „Systema naturea“ in dem er einen Weg zur umfassenden Bestimmung und Einteilung sämtlicher Pflanzen aufstellte und damit die bis heute gültigen Grundlagen der botanischen Fachsprache zur Bezeichnung der Pflanzen mit lateinischen Doppelnamen. Er selbst beschrieb zahlreiche neue Pflanzen, deren Namen sich stets zusammensetzen aus Gattungsnamen und Artnamen, so gab der als Kakaoliebhaber bekannte Wissenschaftler der Kakaopflanze z.B. folgende heute  noch gültige wissenschaftliche Bezeichnung: Theobroma (Gattung) cacao (Art) L. (für Linne). Man vermutet, dass Linne die Bezeichnung des Kakaos bzw. des Kakaobaumes 'theos'(Gott) und 'broma'(Speise) als die „Speise der Götter" verbunden mit dem bis dahin gebräuchlichen Namen cacao (kawa) bei dem Pariser Arzt Buchat entlehnt hat, der einmal geschrieben hat, dass die Schokolade eine edle Erfindung sei und mehr als Nectar und Ambrosia verdiene, die Speise der Götter genannt zu werden.

 

 

Das Besondere im Cafe Linne jedoch ist, bei uns neben vielen herkömmlichen, beliebten, regionalen und internationalen Spezialitäten die Schokolade. Von der Trinkschokolade in teilweise außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen, oder der Schokolade als interessante Zutat in so manchem Gericht unserer Speisekarte, bis hin zu handgefertigten Tafelschokoladen in verschiedensten Sorten und Kreationen, Törtchen, Pralines und andere süße Leckereien aus unserer eigenen Patisserie (auch als Präsent zum Mitnehmen oder zum Genießen für später) reicht unser vielfältiges Angebot rund um die „Speise der Götter“.